Gedicht von Laura Lange

Mit einer Veröffentlichung auf den Plattformen des Mobile Vereins, ehrt die Jury von „Goethes Schlittschuh 2016“ die Autorin, Laura Lange. Als Autistin suchte und fand Sie einen Weg bei uns lesen zu können, obwohl sie selbst nicht anwesend war.

Flüchtlingskrise in der Nähe.

Jetzt ist es an der Zeit
für die Flüchtlinge weltweit.
Sie suchen Herberge und ein Leben,
das ihnen Sicherheit kann geben.
Ich hoffe, sie finden es hier
und wir öffnen für sie Herz und Tür.
Doch manche Stimmen sind sehr laut geworden.
Sie wollen schließen, damit nicht alle Horden
Einzug bekommen in unser Land.

Doch anscheinend haben Sie vergessen,
dass auch hier die Menschen bedroht waren und flüchteten gen Westen.
Denn im Osten hausten die Barbaren,
welche nicht gerade zimperlich waren.
Unsere Großeltern berichten davon.
Denn ihnen war es in der Kindheit geschehen
und die Welt hat auch damals nicht weggesehen.
Die Amerikaner kamen mit Care-Paketen
und brachten uns wilde Musik, die Träume ließ auferstehen.
Sie hatten ein breites Lachen für die Kinder
und stopften Ihnen Kaugummi in die staunenden Münder.

Die Standorte wechselten zwar den Raum,
doch das Grauen ist nach wie vor ohne Zaun.
Den errichten wieder einmal die Menschen.
Ihnen zu sagen, dass dies ein Fehler ist,
das hat nur ein geringes Gewicht.
Denn jeder hat Angst um sein bisschen Sein
und lässt nicht gerne Fremde herein.

Dabei ist das auch als Chance zu sehen.
Denn wer hat so viel Menschen und Kulturen
bisher in seinem Leben gesehen.
Es könnte lernen der Mensch.
Die Sprache und das Leben in der Fremde,
so wie die Musik und Literatur,
hätte er nur ein Auge und Ohr dafür.

Ich habe keine Stimme bekommen und werde nur als Schreiberin,
mit Hilfe dazu, wahrgenommen.
Doch ich habe mir abgeschaut,
wie es in den Menschen wird laut und laut.
Ich kenne niemanden, der sagt: Seid still!
Das sind alles die Gleichen, so wie ich und du.
Wir haben die Pflicht sie zu schützen und dann unserer innerer Ruh.
Wer sich quer stellt, ist erst immer allein.
Denn, die Meisten müssen überredet sein
zu Dingen, die Sie nicht Kennen und verstehen.
Dann ändern sie oft ihre Meinung von Allein
und helfen mit, die Guten zu sein.

Haltet Sie nicht auf!
Sie haben kein Zuhaus
und hoffen, wie alle Menschen,
Freude und Friede zu finden.
Wir sind ein großes Land mit Wohlstand
und teilen haben wir erfahren in den Tagen des Krieges.
So sollen wir jetzt zu den Anderen sein,
dann ist die Hilfe bei Groß und bei Klein.
Wir werden uns aneinander gewöhnen
und uns mit der Fremdartigkeit aussöhnen.

Helfen ist ein menschlicher Akt, der in uns drin verankert ist und
den man alllzu leicht vergisst, wenn man selbst in Ruhe lebt und
keinen Terror fürchten muss.

Ich hoffe,
dass bald Frieden ist und wir in Einigkeit zusammen sagen,
die Fremde ist nicht bedrohlich, sondern Eitelkeit hinterfragen.

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